Mord und Totschlag im Café Scandal

 

 

Das Café Scandal auf der Ackerstraße 109 in Flingern setzt auf Gegensätze. Neben heißen Partys immer wieder besinnliche Veranstaltungen, die es nichts desto trotz in sich haben. Am Sonntag, 20. April 2008, um 21 Uhr stand „Gift und Galle“ auf dem Programm, eine Lesung mit Stephan Peters und Patricia Vohwinkel. Peters hat schon mehrere Lesungen im Scandal gehalten. Am 20. April brachte er Patricia Vohwinkel mit, eine bekannt anerkannte Autorin von Kurzgeschichten, Genre Kriminalgeschichten.

Café Scandal

Wer denn glaubt, ihre Stories enden in der Entlarvung oder Bestrafung des Täters, weit gefehlt. Vohwinkel stellt vor, enthält sich einer Bewertung ihrer Figuren, entwickelt sie und entlässt sie in die Gedankenwelt der Leser und Zuhörer. Die Charaktere in ihren skurilen Crime-Stories werden durch Einsamkeit, aber noch viel mehr durch die Beziehungs- und Bedeutungslosigkeit ihres Lebens zu einem Verhalten motiviert, das in die Abgründe menschlichen Handelns treibt. Psychologisch für den Leser gut nachvollziehbar, mit einem überraschenden stets offenen Ende.

Café Scandal

Am Sonntag war es „Der Agavenmann“. Ein Mann, der von der Bedeutungslosigkeit seines Lebens enttäuscht, gespannt auf die Briefe eines Unbekannten wartet, in denen sich dieser Unbekannte als sein zukünftiger Mörder vorstellt. Lieber als Mordopfer Bedeutung gewinnen, als gar keine erhalten. Als es dann an der Tür klingelt, erwartet jeder zwingend den Mörder, doch Vohwinkel überlässt das Ende ihrer Geschichte der Phantasie ihrer Zuhörer und sät den Zweifel. Es könnte der Mörder sein, aber, wie die Zufälligkeit des Lebens doch lehrt, es könnte auch eine ganz andere, harmlose Person hinter der Tür stehen.

Damit lenkt sie die Aufmerksamkeit wieder auf das eigentliche, viel bedeutsamere Ereignis: Was macht einen Menschen zu einem willigen Opfer. Vohwinkels Short Stories klingen nach, graben sich in die Erinnerung, zwingen zum Nachdenken.

Café Scandal

Stephan Peters las“ Happy Birthday I“ und „Götterdämmerung“ von Dirk Josjok in überarbeiteter Fassung von Stephan Peters. Sein Auftritt wurde begleitet und untermalt mit Musik und Soundeffekten, um die Stimmung seiner Erzählungen zu vertiefen. Makaber, grotesk, schockierend, zuweilen mit schwarzem Humor, plakativ und drastisch, so lassen sich seine Geschichten beschreiben. Peters setzt darauf, seine Zuhörer zu beeindrucken. Er entlässt sie nach einer emotionalen Berg und Tal Fahrt. Seine Stories lassen nichts offen, auch wenn sie mit einer überraschenden Wendung angelegt sind. Er eröffnete den Abend mit „Die Leute kommen leer rein und noch leerer wieder raus.

 

Quelle: http://www.einkaufen-duesseldorf-flingern.de/flingern/flingern_talk.htm